Ana und Otto Raffai

Schön ist in solchen Kursen, dass wir gleichberechtigt auf dem Terrain der Gewaltfreiheit sind. Wir lernen alle etwas Neues, Gewaltfreiheit ist uns allen eine neue Sache. (Ana)

Was wir in Vertiefungstrainings stark machen: Nicht meinen Glauben zu verlieren daran, dass ich die Früchte noch nicht sehe, aber dass ich trotzdem weiß, dass es Früchte bringt: Also ich möchte mich so einsetzen, dass eine Spur bleibt und die nächste Generation schon anders handeln kann. (Otto)

Es ist sehr wichtig, ehrlich zu sein, aufrichtig zu sein, aber das kann man nicht immer, das Leben ist so: Niemand will bestreiten, dass die Wahrheit ein Wert ist, aber es ist eine utopische Sache, die gibt es nur im Himmel. Was ich hier, beim OeD, erlebe, ist, dass Authentisch-Sein möglich ist. Ich kann auch Fehler machen. (Ana)

Dieser Kurs war auch für mich eine Wende. Ich erinnere mich an manche Übungen, ganz konkret, Selbsterfahrungsübungen, wo ich über Vieles nachgedacht habe; aber eigentlich ist mir irgendwie diese ganze Stimmung geblieben. Dieser Umgang, auch wenn wir uns heute treffen, wie jetzt nach 15 Jahren in Naumburg: wir haben gelernt, wie wir kommunizieren. Ich merke, wenn Leute in der Gruppe Angst haben. Das ist wichtig, das ist willkommen. Wenn wir dann eine Lösung finden und alle zufrieden sind, wenigstens ein Teil der Bedürfnisse befriedigt ist, dann kann man gut zusammen leben. (Otto)  

Ana und Otto Raffai erzählen ihre gemeinsame Geschichte der Friedensarbeit als eine stark mit dem OeD (Oekumenischer Dienst Schalomdiakonat) verbundene Geschichte. Nicht nur zu zweit, sondern gemeinsam mit ihren drei Kindern hatten die beiden an einem der ersten Aufbaukurse des OeD teilgenommen. Anfang 1995 besuchten sie ein Orientierungswochenende im winterlichen Germete (bei Warburg/Westfalen) – im Herbst kamen sie für den mehrwöchigen Aufbaukurs wieder. Otto ist Theologe, Ana Germanistin und Theologin.
Im Zuge dieses Kurses entschieden sich Anna und Otto dafür, Friedensarbeit zu ihrer Hauptbeschäftigung zu machen. Mit ihrer Rückkehr nach Kroatien begannen sie nach Möglichkeiten zu suchen, in Kooperation mit kirchlichen Gemeinden und NGOs Friedensarbeit zu leisten. 2004 gründeten sie RAND (Regionale Adresse für gewaltfreies Handeln), eine Organisation, die sich schwerpunktmäßig mit interreligiöser Friedensarbeit befasst.

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